One by One Deutschland

Eigene Familiengeschichte

Bei One-by-One sprechen wir über uns selbst und unsere eigenen Familien.

Es ist schwer, die Rolle der eigenen Familie während der NS-Zeit realistisch einzuschätzen, wenn man über die betreffenden Personen nichts weiß. Deswegen fragen viele, wie man mehr über seine eigene Familie herausfinden kann.

Vorbemerkung

Die NSDAP regierte Deutschland von 1933 bis 1945. Es können also nur Menschen persönliche Erfahrung mit dem Hitler-Regime haben, die vor 1945 geboren wurden. Als Erwachsener konnte diese Zeit nur miterlebt haben, wer vor 1927 geboren wurde.

Da der Aufstieg der NSDAP bereits kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges (1914-1918) begann, konnte ganz am Anfang als Erwachsener nur dabei gewesen sein, wer vor 1900 geboren wurde. Hitler selbst war Jahrgang 1889, sein Förderer General Ludendorff war Jahrgang 1865.

Aus Perspektive heutiger Jugendlicher betrifft die NS-Zeit also die Generation der Großeltern bis Ururgroßeltern.

1. Bestandsaufnahme

Der erste Schritt in der Familienforschung ist eine schriftliche Bestandsaufnahme. Was weiß ich über meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern usw.? Was weiß ich über meine und deren Geschwister? Über welche Unterlagen verfüge ich?

Das wichtigste Ergebnis der Bestandsaufnahme ist ein schriftlicher Stammbaum. Manche Menschen haben Glück. Sie verfügen über gut recherchierte Stammbäume, ausführlich beschriftete Fotoalben und reichhaltige Sammlungen historischer Unterlagen. Andere müssen enttäuscht feststellen, dass sie nicht einmal die Vornamen ihrer Großeltern kennen.

2. Mit Angehörigen sprechen

Der zweite Schritt ist die Suche nach Angehörigen und Freunden der Familie, die gerne über die gemeinsame Familiengeschichte sprechen. Erstaunlich viele Menschen sind bereit, offen über die Familiengeschichte zu sprechen, wenn man das Gespräch ohne Vorwürfe, ohne Anklage und ohne Vorurteil sucht.

Mit etwas Glück hat schon jemand anderes die genealogische Fleißarbeit erledigt. Wenn nicht, können die meisten Angehörigen zumindest einige neue Details und Geschichten beitragen.

3. Weitere genealogische Forschung

Im Internet gibt es zahlreiche Anleitungen und Hilfsmittel für die grundlegende Familienforschung. Mit etwas Glück findet sich bei einem der Online-Dienste bereits ein halbfertiger Stammbaum, den ein bisher unbekannter Verwandter erstellt hat.

Das Ziel der genealogischen Forschung ist, möglichst viele Familienangehörige zu identifizieren, die während der NS-Zeit gelebt haben. Das kann bei vier oder fünf Generationen sehr aufwändig werden.

4. Gewissensentscheidung

Während der Forschungen werden sich Familiengeheimnisse abzeichnen. Dabei stellt sich immer wieder die Gewissensfrage: nachforschen oder ruhen lassen?

Bei dieser Entscheidung kann der Austausch mit anderen Betroffenen bei One-by-One helfen.

Einige von uns können aus eigener Erfahrung berichten, wie emotional belastend solche Nachforschungen sein können. Einige von uns können von schlechten und guten Erfahrungen berichten, wie sich solche Nachforschungen auf die eigene Familie ausgewirkt haben.

5. Recherche zur NS-Zeit

Zahlreiche Originaldokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus sind in öffentlich zugänglichen Bibliotheken und Archiven erhalten. Diese Handreichung soll den Einstieg für die Recherche erleichtern:

Tipps zur Spurensuche (PDF)

One by One Deutschland – Impressum