Kinderheim Fehrbelliner Str. 92
Seit 1998 findet das Berliner Sonntagstreffen im KIS, Fehrbelliner Str. 92, Prenzlauer Berg statt.
Eines Tages wurde Inge Franken von Mitarbeitern des Hauses angesprochen. Ein alter Mann habe das Haus besucht und erzählt, dass er als Kind einige Jahre in dem Haus gelebt habe, als es noch ein jüdisches Kinderheim gewesen sei. Inge Franken sah die Verbindung zu ihrem Engagement bei One by One und begann nach den Kindern zu forschen. Sie wertete Archivmaterial aus, führte Interviews, fand Zeitzeugen.
Am 14. März 2003 wurde am Haus ein Denkzeichen, in Anwesenheit des Zeitzeugen Gideon Behrendt, eingeweiht. Daraus ergaben sich Kontakte zu weiteren Zeitzeugen und viele neue Informationen über die Geschichte des Kinderheims bis zur Schließung im Jahr 1942.
Das Material war jetzt so umfangreich, dass es in einem Buch zusammengestellt werden konnte. Am 28. Januar 2005 wurde das Buch in einer öffentlichen Lesung, in Anwesenheit von mehreren Zeitzeugen, vorgestellt.
Im September 2007 beteiligte sich das Haus zum zweiten Mal am Tag des Offenen Denkmals. One by One lud gemeinsam mit dem KIS und den anderen Trägern des Hauses vier Zeitzeugen aus Israel und den USA ein. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Weiterleben mit der Geschichte“.
Heute sind im Haus zu sehen eine Ausstellung mit Fotos von Abraham Pisarek aus den Jahren 1934 und 1936, sowie Bildtafeln über die Lebensgeschichten der Zeitzeugen.
Literatur
- Inge Franken: Gegen das Vergessen. Erinnerungen an das Jüdische Kinderheim Fehrbelliner Straße 92 Berlin-Prenzlauer Berg. 2005, Textpunkt Verlag, 2005. ISBN 3938414413
- Gideon Behrendt: Mit dem Kindertransport in die Freiheit. Vom jüdischen Flüchtling zum Corporal O'Brian. 2001, Fischer Taschenbuch. ISBN 3596150825
Presse
- Jüdischer Geschichtspreis in Berlin verliehen - 3sat Kulturzeit, 26.1.2007
- Nur wenige Spuren sind geblieben - Berliner Zeitung, 18.3.2003
- Erniedrigt, ausgegrenzt, ermordet - Berliner Zeitung, 18.3.2003
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